Roboter Chirurgie

Was ist und was kann Roboter Chirurgie?

Seit mehr als 20 Jahren gibt es Roboter, welche im Operationssaal eingesetzt werden. Vor allem in der Urologie wird der DaVinci Roboter eingesetzt zur Entfernung der Prostata oder für Nierenteil-Resektionen. Die Firma Intuitive Surgical nennt ihren Operationsroboter DaVinci, daher wird oft neben dem Begriff Roboterchirurgie die Bezeichnung DaVinci Chirurgie verwendet.

Minimal invasive Chirurgie mit Robotertechnik

Die minimal invasive Chirurgie ist seit Anfang der 90 Jahre der Standard bei Operationen im Bauchraum, vor allem bei Operationen im Oberbauch und im kleinen Becken. Die swiss1chirurgie Praxis hat mit Dr. Zehetner einen versierten Roboter-Chirurgen, der diese Technologie dann einsetzt, wann immer es Sinn macht.

Mit dem Roboter wird die minimal invasive Operationstechnik noch einmal verfeinert und vereinfacht, in den Händen von Experten zeigten sich jedoch bisher nicht direkt messbare Vorteile für den Patienten. Mit der letzten Generation von DaVinci Operationsrobotern ist eine neue gewebeschonende Technik möglich, die in Zukunft auch direkt messbare Vorteile für den Patienten bringen wird. Verantwortungsvolle Experten wie Dr. Zehetner wissen, wann der Einsatz einer neuen teuren Methode Sinn macht, und wann nicht.

Individuelle Entscheidungen für die minimal invasive Roboter-Chirurgie

In der swiss1chirurgie Praxis werden die Möglichkeiten der Roboterchirurgie immer individuell dargestellt und bei Einverständnis des Patienten eingesetzt. Dabei geht es im Interesse der Patienten immer um die ideale Operation, Operationstechnik und das passende medizinische Umfeld.

Die Roboter-Chirurgie kann in der Speiseröhrenchirurgie, Refluxchirurgie, onkologischen Chirurgie, Hernienchirurgie und kolorektalen Chirurgie eingesetzt werden, speziell in Fällen von komplizierten Eingriffen kann die Verwendung des DaVinci Roboters die Operation vereinfachen und unterstützen, durch bessere Ergonomie, bessere Bewegung der Instrumente durch Steuerung mit vermehrten Freiheitsgraden, sowie durch 3D HighDefinition Optik.

Möglichkeiten der Roboter-Chirurgie nutzen

Die swiss1chirurgie Praxis hat in Bern in den Hirslanden Kliniken (Salem Spital) die Möglichkeit, den DaVinci- Operationsroboter gezielt einzusetzen. Das kommt immer dann infrage, wenn die individuellen Voraussetzungen dazu stimmig sind und die Art des operativen Eingriffs den Einsatz der DaVinci Roboter sinnvoll macht.

Gerade für den Einsatz der Roboter-Chirurgie ist die persönliche Beratung bei swiss1chirurgie der probate Weg, um Vorurteile und Bedenken auszuräumen und den Patienten die Sicherheit zu geben, in ihrem speziellen Fall mit der jeweils optimalen Operationstechnik versorgt zu werden.

Mehr Informationen zum Einsatzbereich der Roboter-Chirurgie gibt es auch auf www.zfbc.ch.

Divertikulitis

Tipps zur Ernährung bei Dickdarmaussackung und Dickdarmentzündung

Der Dickdarm ist ein Teil des Verdauungssystems und resorbiert Wasser und Elektrolyte über die Dickdarmschleimhaut. Darüber hinaus wehrt der Dickdarm Krankheiten und Bakterien ab und fungiert zugleich als Speicher für Stuhl. Die Colitis (Dickdarmentzündung) ist ein entzündlicher Prozess, der akut oder chronisch verlaufen kann. Eine der häufigsten Formen der Dickdarmentzündung ist die weit verbreitete und bekannte Blinddarmentzündung.

In der Abgrenzung zu solchen akuten entzündlichen Prozessen ist die Divertikulitis zu sehen, die chronische Entzündungen von Ausstülpungen der Schleimhaut als chronischen Prozess mit immer wieder kehrenden Symptomen beschreibt.

Im Zusammenhang mit der Divertikulitis werden immer wieder Fragen nach einer zur Krankheit passenden Ernährung gestellt. Dabei muss auch in Betracht gezogen werden, dass die Divertikulitis eine typische Erkrankung in den westlichen Zivilgesellschaften ist und in Asien oder Afrika praktisch gar nicht beobachtet wird. Entsprechend ist zu vermuten, dass eine der wesentlichen Ursachen für die Krankheitsbilder in der Lebensweise und Ernährung zu suchen ist. Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass langjährige Vegetarier deutlich weniger betroffen sind.

Ernährung im akuten Stadium der Divertikulitis

Im akuten Verlauf der Divertikulitis sind meist ein oder mehrere Divertikel (Ausstülpungen der Darmschleimhaut) entzündet. Typische Symptome sind Schmerzen im linken Unterbauch, Fieber und im Labortest erhöhte Entzündungswerte. Bei solchen Erscheinungen sollte dringend der Hausarzt aufgesucht werden, der gegebenenfalls auch eine Betreuung im Spital, eine Antibiotika-Medikation und Schonkost verordnet. Im extremen Ernstfall muss sofort operiert werden, besonders dann, wenn Fieber und ein instabiler Kreislauf mit den typischen Schmerzen einhergehen.

Ist akut keine Operation erforderlich, muss im akuten Stadium der Divertikulitis besonders auf die Ernährung geachtet werden. Es empfiehlt sich, einige Tage lang komplett auf feste Nahrung zu verzichten. Flüssige Nahrung und Schonkost sind Pflicht und können allmählich unter individueller Ernährungsberatung bis zur leichten Schonkost aufgebaut werden.

Ein Ernährungsplan in der Abfolge könnten dann in etwa so aussehen: Beginn mit Wasser, weiter mit Tee und Zwieback, klare Suppen, cremige Suppen und Joghurt. Diese Abfolge verteilt sich auf einen Zeitrahmen von mehreren Tagen und muss individuell eingestellt werden.

In der Phase der Aufbaukost muss zwingend auf fettreiche, scharfe oder blähende Speisen verzichtet werden, um den Darm nicht zusätzlich zu reizen. Sofern sich die Darmaktivität wieder normalisiert, können allmählich auch andere Lebensmittel wieder in den Speiseplan aufgenommen werden.

Nach der Divertikulitis ist eine Ernährungsumstellung empfehlenswert

Die Top-Empfehlung lautet: Stellen Sie die Ernährung ähnlich wie in der Divertikel-Prophylaxe auch nach einer Entzündung auf ballaststoffreiche Kost um. Damit beugen Sie einem neuen Entzündungsschub vor und verhindern durch einen weicheren und voluminöseren Stuhl auch eine neue Divertikel-Bildung.

Wichtig bei der Umstellung auf quellstoffreiche Kost ist, dass Sie jetzt auch ausreichend viel trinken. Zu bevorzugen sind dabei Wasser und Tee.

Zusammenfassend möchten wir folgende Tipps zur Ernährungsumstellung nach einer Divertikulitis geben:

  • Essen Sie reichlich Obst und Gemüse. Wichtig sind die pflanzlichen Faserstoffe sowie hoher Wassergehalt.
  • Viel trinken! Ballaststoffe sind nur dann hilfreich, wenn Sie parallel mindestens zwei Liter Wasser oder Tee zu sich nehmen.
  • Lieber Gemüse von der leicht verdaulichen Sorte wie Tomaten, Karotten und Zucchini.
  • Vollkornbrot und Vollkornnudeln sind für die Divertikulitis-Ernährung besser geeignet als Weissbrot.
  • Bei einer bestehenden Divertikulose sollte man harte, spitze und schwer verdauliche Nahrungsbestandteile vermeiden, dazu gehören beispielsweise Kerne von Äpfeln, Birnen oder Melonen.
  • Gut sind auch Weizen- oder Haferkleie sowie geschrotete Leinsamen. Vermeiden Sie stopfende Lebensmittel wie schwarzen Tee, Schokolade, Kakao, Bananen und Weißmehlprodukte.

Lassen Sie sich Zeit für die Umstellung auf eine faserreiche und quellstoffreiche Kost. Und bleiben Sie vor allem konsequent.

Ösophagus – Jörg Zehetner vom ISDE Worldcongress 2018

Jörg Zehetner vom ISDE Worldcongress 2018 in Wien, Österreich
(International Society of the Diseases of the Esophagus)

Was ist der ÖSOPHAGUS?

Ösophagus ist das medizinische Fachwort für die Speiseröhre. Die Speiseröhre ist ein Muskelschlauch welcher unsere Nahrung vom Mund in den Magen pumpt. Damit die Speiseröhre nicht durch den Magensaft (Magensäure) die ganze Zeit verätzt wird, gibt es am Ende der Speiseröhre ein Ventil: den unteren Speiseröhrenmuskel.

Störungen im Bereich der Ösophagus

Wenn der untere Speiseröhrenmuskel (diese Region wird auch Kardia genannt) erschlafft, schwach wird oder defekt ist, dann kann relativ leicht Magensäure zurück in die Speiseröhre fliessen und Beschwerden wie Sodbrennen, Magenbrennen, saures Aufstossen oder Brennen im Brustbereich auslösen. Dieses Zurückfliessen von Magensäure in die Speiseröhre wird medizinisch als Reflux bezeichnet.

Andauernder Reflux (chronischer Reflux) ist ein Risikofaktor für Speiseröhrenkrebs. Oft wird mit Säureblockern und Diättipps versucht, das Problem in den Griff zu bekommen. Mit all diesen Methoden werden aber nur die akuten Symptome, nicht aber die Ursachen gelindert. Das mechanische Problem – das defekte Magenventil – bleibt bestehen. Dadurch besteht weiterhin die Gefahr des Fortschreitens der Krankheit, welche im Endstadium im Speiseröhrenkrebs enden kann.

Wie einem chronischen Reflux begegnet werden kann

Nur eine Operation, heute einfach als minimal invasiver kurzer Eingriff durchgeführt, kann den Reflux stoppen, und dadurch die Beschwerden wie auch die Krebsgefahr auf Null reduzieren.

Mit einer solchen Operation wird der mechanische Defekt am Kardia Muskel behoben, so dass die normale Funktion wieder vollkommen hergestellt werden kann.

Um den ganzen krankhaften Verlauf von Reflux bis hin zum Speiseröhrenkrebs verstehen zu können, sehen Sie sich bitte das Video an, dass in Zusammenarbeit mit Hirslanden entstanden ist, Grundlage für dieses Video waren meine Idee und mein Konzept.

Sodbrennen und Aufstossen – Können bei Reflux Medikamente und Diäten allein helfen?

Wie sich einer chronischen Refluxerkrankung begegnen lässt

Gelegentliches saures Aufstossen oder Sodbrennen kennt jeder. So unangenehm eine solche körperliche Reaktion auch sein mag, ist sie doch schnell wieder vorbei und vergessen. Bis zum nächsten Mal. Auslöser für Magenbrennen und saures Aufstossen sind häufig scharfe Speisen, Alkoholkonsum, Kaffee, kohlensäurehaltige Getränke oder auch Zitrusfrüchte. Besonders dann, wenn es zu chronischen Erscheinungen kommt, sprechen wir von einer chronischen Reflux-Erkrankung (englisch: GERD= Gastro-esophageal reflux disease).

Viele Mediziner raten dann zu einer medikamentösen Behandlung oder zu umstrittenen Diät-Massnahmen. Die swiss1chirurgie Praxis folgt dann doch eher einem ganzheitlichen Ansatz, der Ursache, Wirkung, Erscheinungsbilder und umfassende Behandlungsmöglichkeiten als Ganzes betrachtet.

Medikamentöse Ansätze und Diät-Massnahmen bei Aufstossen und Magenbrennen

Das sind oftmals die Mittel der Wahl, wenn dem sauren Aufstossen und Sodbrennen begegnet werden soll. Zumindest im ersten Ansatz werden gern Säureblocker empfohlen, die es teils verschreibungsfrei gibt. Werden hier keine nachhaltigen Erfolge erzielt, kommen nicht selten zusätzlich sogenannte Diät-Massnahmen ins Gespräch, die dann als nächstes Mittel der Wahl empfohlen werden.

Bei Patienten mit leichten bis mässigen Beschwerden werden anstelle von Säureblockern oder begleitend zur medikamentösen Therapie „Diät-Massnahmen“ empfohlen, die etwa wie folgt aussehen können:

  1. Verzicht auf folgende „Reflux produzierende Speisen“:
  • Zwiebel und Knoblauch
  • Tomate, Gurken, Paprika
  • Frittierte Speisen, Scharfe Speisen
  • Alkoholische Getränke, vor allem Weisswein, Prosecco, Champagner
  • Schokolade
  • Kaffee
  • Kohlensäurehaltige Getränke
  • Zitrusfrüchte
  1. Adaptierung des Essensgewohnheiten bei Reflux:
  • Früher Abendessen
  • Nicht überessen, kleinere Portionen
  • Kein Rauchen
  • Nach dem Essen aufrecht sitzen
  • Nicht direkt vor dem Schlafengehen essen

Einher mit solchen Diät-Massnahmen gehen aber auch immer Einschränkungen der Lebensgewohnheiten und damit auch der individuellen Lebensqualität. Und das auch nicht immer dem erhofften Erfolg. Denn schliesslich sind es nicht nur die Ernährung und bestimmte Lebensgewohnheiten allein, die Aufstossen und Sodbrennen fördern, sondern nicht selten auch organische Konstellationen, die sich mit Diäten und/oder Medikamenten nicht einfach so abstellen lassen.

Was bei einigen Menschen gut funktioniert, führt bei anderen zu keinerlei Änderungen und verlängert im schlimmsten Fall lediglich die Leidensgeschichte mit den entsprechenden Einschränkungen. Deutlich wird das, wenn trotz Säureblockern und Diätmassnahmen noch immer erhebliche Beschwerden auftreten. Diese äussern sich beispielsweise in chronischem Husten, Stimmveränderungen, Zahnerosionen, nächtlichen Säureattacken und ähnlichen unangenehmen Erscheinungen.

Bei Reflux kann ein chirurgischer Eingriff Abhilfe schaffen

Wer die chronischen Probleme mit Sodbrennen und Aufstossen nicht in den Griff bekommt, wird schnell an Medikamenten und Diäten verzweifeln. Dann führt der Weg zumeist zum Gastroenterologen, der mittels einer Magenspiegelung (Gastroskopie) nach organischen Ursachen für die Beschwerden Ausschau hält.

Wir empfehlen im gleichen Kontext den Weg in die swiss1chirurgie Praxis der Berner Viszeralchirurgie Steffen AG. Hier stehen fachkundige Chirurgen zum Beratungsgespräch bereit und können bei passendem Beschwerdebild auch für langfristige Hilfe sorgen.

Häufig wird dann eine Reflux-Operation empfohlen, die mit einem minimal invasiven Eingriff verbunden ist. Meist dauert ein solcher Eingriff zwischen 30 und 60 Minuten und ist mit einem Aufenthalt von ein bis zwei Tagen im Spital verbunden. In der Folge des kleinen Eingriffes sind die Patienten danach in aller Regel absolut symptomfrei und damit auch beschwerdefrei. Und das im Idealfall ganz ohne Medikamente oder Diäten, die die Lebensqualität einschränken.

Der Gang in die swiss1chirurgie Praxis der Berner Viszeralchirurgie Steffen AG kann bei Reflux also durchaus lohnend sein und ist eine sehr gute Alternative zu chronischen Beschwerden bei Magenbrennen oder saurem Aufstossen. Was dann im konkreten Einzelfall getan werden kann, erzählen Ihnen die spezialisierten Chirurgen in der swiss1chirurgie Praxis gern im persönlichen Gespräch.

Hernien Chirurgie in der Berner Viszeralchirurgie Steffen AG

Unangenehme Gewebsdurchbrüche professionell behandeln

Der medizinische Begriff der Hernie wird im umgangssprachlichen Umfeld als Bruch bezeichnet. Gemeint sind dabei keine Knochenbrüche, sondern vielmehr Schwächen in einer organischen Struktur, die im weiteren Verlauf zu einer Ausbuchtung führen. In vielen Fällen werden dabei Organe aus ihrer ursprünglichen körperlichen Lage in andere Bereiche gedrückt oder verlagert, was durchaus auch optisch erkennbar sein kann.

Bekannte Hernien sind beispielsweise der Nabelbruch (Umbilikalhernie), der Narbenbruch (Narbenhernie), der Leistenbruch (Inguinalhernie) oder der Zwerchfellbruch (Hiatushernie).

Neben den unangenehmen körperlichen Empfindungen und manchmal auch kosmetischen Beeinträchtigungen kann eine Hernie auch zu Störungen in der jeweiligen Organfunktion bis hin zu dramatischen Krankheitsverläufen führen. Deshalb gilt, dass auch zunächst kleinere oder unauffällige Hernien fachmedizinisch behandelt werden sollten.

Komplizierte Hernien erfordern das interdisziplinäre Eingreifen

Komplexe Hernien gehen nicht nur mit den bekannten optischen Erscheinungen, sondern auch mit starken Schmerzen und im Extremfall Störungen der jeweiligen Organfunktion einher. Hier ist dringend ein chirurgischer Eingriff erforderlich, der sich jedoch nur selten auf die Hernie allein, sondern auch auf die Umgebungsbedingungen im körperlichen Umfeld beziehen sollte. Schliesslich geht es darum, zum einen die Hernie selbst zu behandeln, zum anderen aber auch die Entstehungsbedingungen zu erkennen und nach Möglichkeit für die Zukunft auszuschliessen.

Dabei kommt unseren Patienten in der swiss1chirurgie Praxis (Berner Viszeralchirurgie Steffen AG) das interdisziplinäre Zusammenspiel der medizinischen Experten zugute. In unserer Praxis haben wir alle Möglichkeiten, komplizierte Hernien im fachübergreifenden Team zu besprechen und zu behandeln. So können Radiologen, Physiotherapeuten, Internisten und natürlich die operierenden Chirurgen in der interdisziplinären Arbeit die besten Bedingungen für einen erfolgreichen Behandlungsverlauf erreichen.

Moderne Operations-Planung und chirurgische Erfahrung

Äusserst hilfreich für einen erfolgversprechenden Behandlungsansatz ist die Operations-Planung mittels Computer-Tomographie (CT) und abgeleiteter 3D Animation. Dadurch gewinnen wir im Team klare Eindrücke davon, wie sich die Hernie ausgebildet hat, welche Ausmasse sie hat und welche Operationsmethode am meisten erfolgversprechend ist.

In der Folge werden die Patienten punktgenau entsprechend des Krankheitsbildes behandelt. Überflüssige Eingriffe werden vermieden und es wird immer in einem solchen Mass interveniert wie das genau zum gewonnenen Bild der Hernie passt.

Kleinere Hernien, also Gewebsdurchbrüche von bis zu höchsten 2 Zentimeter werden in aller Regel direkt verschlossen. Alles was darüber liegt erfordert einen laparoskopischen operativen Eingriff, bei dem auch Netze zum Einsatz kommen. Diese Netze verschliessen die betroffene Hernie sicher und vermeiden das Wiederauftreten eines Bruches an derselben Stelle auf bis zu ein Prozent. Ohne die Verwendung von Netzen lag das Risiko des Wiederauftretens des Bruchs bei etwa zehn Prozent mit der entsprechenden Notwendigkeit operativer Wiederholungseingriffe.

Im Übrigen werden Netze fast ausnahmslos auch bei Risikopatienten, also etwa übergewichtigen Personen, eingesetzt, um das Risiko eines erneuten Bruchs an derselben Körperstelle weitgehend zu senken.

Insgesamt sichern wir so eine äusserst professionelle Behandlung von Hernien, die besonders für unsere Patienten mit dem möglichst geringsten Risiko und dem höchsten zu gewinnenden Mass an Lebensqualität verbunden ist.

Das Chirurgie Team der swiss1chirurgie Praxis (Berner Viszeralchirurgie Steffen AG9 steht mit Dr. Jörg Zehetner und Dr. Rudolf Steffen für professionelle Chirurgie, die in erster Linie den Menschen verpflichtet ist.

Refluxkrankheit

Unter der Refluxkrankheit sind verschiedene Symptome zu verstehen, die sich durch einen vermehrten Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre erklären lassen. Dieser Rückfluss ist durch einen gestörten Verschlussmechanismus des unteren Schließmuskels der Speiseröhre bedingt.

Dr. med. Jörg Zehetner
Dr. med. Jörg Zehetner Professor (USC) MMM, FACS, FEBS (hon.)

Die Refluxkrankheit, die auch als Gastroösophageale Refluxkrankheit – oder kurz GERD – bezeichnet wird, ist eine der häufigsten Erkrankungen des Verdauungstraktes. So leiden etwa zehn Prozent der Bevölkerung unter den Symptomen einer Refluxkrankheit.

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren für die Refluxkrankheit?

Übergewicht, eine Schwangerschaft, übermäßiger Konsum von Nikotin und Alkohol und verschiedene Medikamente zählen zu den Risikofaktoren, die das Auftreten der Refluxkrankheit begünstigen können.

Als Ursachen für die Refluxkrankheit kommen vor allem zwei Auslöser infrage:

  • Die Funktionsweise vom unteren Schließmuskel der Speiseröhre ist unzureichend.
  • Die Beweglichkeit der Speiseröhre ist reduziert.

Beide Auslöser können entweder primär – also ohne konkrete Gründe – oder sekundär – im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen oder Störungen – auftreten.

Welche Beschwerden bringt die Refluxkrankheit mit sich?

Das Leitsymptom bei der Refluxkrankheit ist in der Regel ein brennender Schmerz, der sich hinter dem Brustbein bemerkbar macht – das sogenannte Sodbrennen. Dieser Schmerz kann in Kombination mit einem sauren Geschmack im Mund sowie häufigem Aufstoßen auftreten.

Weitere Symptome, die mit der Refluxkrankheit einhergehen können, sind:

• Übelkeit und Erbrechen

• häufige Hustenattacken

• Entzündungen im Kehlkopf- und Rachenbereich

• Beschwerden beim Schlucken

• Schmerzen im Oberbauch

• häufige Heiserkeit

• Schmerzen und Brennen im Rachenraum

Bezeichnend für die Refluxkrankheit ist, dass die genannten Beschwerden häufig nach dem Essen, nach dem Genuss von Alkohol oder nach dem Verzehr von süßen oder fettreichen Speisen auftreten.

Wie erfolgt die Diagnose bei der Refluxkrankheit?

Zunächst einmal erkundigt sich der Arzt im Anamnesegespräch nach den Symptomen des Betroffenen, den allgemeinen Lebensgewohnheiten und möglichen Begleiterkrankungen. Im Anschluss findet dann eine gründliche körperliche Untersuchung statt. Erhärtet sich der Verdacht der Refluxkrankheit stehen dem Arzt verschiedene Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Endoskopie

Hierbei handelt es sich um eine Spiegelung der Speiseröhre. Diese Untersuchung ermöglicht es dem Arzt, den Zustand der Speiseröhrenschleimhaut zu bewerten und deren Beschaffenheit zu beurteilen.

Bei einer Endoskopie kann der Mediziner feststellen, ob und in welchem Ausmaß eine Entzündung der Schleimhaut vorliegt. Auch die die Entnahme einer Schleimhautprobe ist bei dieser Untersuchung möglich. Sie wird im Anschluss mit dem Ziel, Veränderungen des Gewebes zu identifizieren, im Labor ausgewertet.

pH-Metrie

Die pH-Metrie ist eine weitere Untersuchungsmöglichkeit, um die Refluxkrankheit zu diagnostizieren. Hierbei wird dem Patienten eine dünne Sonde über die Nase in die Speiseröhre geschoben und verbleibt dort für bis zu 24 Stunden.

Ziel ist es, den Säuregrad, also den pH-Wert, innerhalb der Speiseröhre über einen längeren Zeitraum hinweg kontinuierlich zu messen. Mithilfe dieser Untersuchung lässt sich bestimmen, ob und in welchen Mengen Mageninhalt zurück in die Speiseröhre fließt.

Weitere Diagnoseverfahren

  • Damit der Arzt den Schluckvorgang beim Patienten genauer beurteilen kann, ordnet er in manchen Fällen eine Röntgenuntersuchung an. Bei dieser muss der Patient einen Kontrastmittelbrei schlucken, den man im Röntgenbild dann erkennen kann.
  • Bei Symptomen, die auf eine Schädigung der Atemwege schließen lassen, kann zusätzlich eine Untersuchung durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt sinnvoll sein.

Selbsthilfe bei der Refluxkrankheit

Faktor Ernährung

Im Rahmen der Refluxkrankheit leiden Betroffene oftmals unter Verdauungsstörungen. Diese lassen sich mit einer möglichst proteinreichen Nahrung eindämmen, da Proteine den Magen zur Produktion des Hormons Gastrin anregen. Dieses wiederum verbessert die Muskelspannung des Speiseröhrenschließmuskels, sodass dieser in der Folge wieder besser schließen kann.

Grundsätzlich lässt sich der Verlauf der Refluxkrankheit durch die Wahl der richtigen Nahrungsmenge und Nahrungsmittel positiv beeinflussen. Empfohlen werden kleine und fett- sowie kohlenhydratarme Portionen.

Zudem ist es ratsam, die Mahlzeiten einige Stunden vor der Nachtruhe einzunehmen.

Faktor Genussmittel

Bei einer Refluxkrankheit sollten Sie auf den Konsum von Alkohol nach Möglichkeit vollständig verzichten, da dieser zum einen zur Erschlaffung des unteren Ösophagusschließmuskels und zum anderen zu einer direkten Schädigung der Magenschleimhaut führt.

Umstritten ist hingegen der Einfluss von Kaffee auf die Refluxkrankheit. Auf der einen Seite kann Koffein die Magensäureproduktion anregen, was zu einer weiteren Reizung der Schleimhaut führen kann. Auf der anderen Seite verstärkt Koffein die Produktion von Gastrin, was die Funktionalität des Speiseröhrenschließmuskels begünstigt.

Personen, die unter der Refluxkrankheit leiden, sollten grundsätzlich auf Nikotin verzichten. Nikotin führt zum Ansteigen der Magensäureproduktion und hat bekanntlich zudem weitere negative Auswirkungen auf den Körper.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei der Refluxkrankheit?

In der Regel verordnet der Arzt dem Patienten bei einer Refluxkrankheit zunächst eine konventionelle Therapie. Diese besteht aus den bereits genannten Selbsthilfemaßnahmen und unter Umständen einer zusätzlichen begleitenden medikamentösen Therapie.

Eine Operation wird hingegen selten eingesetzt und ist vor allem bei zusätzlichen Erkrankungen, die den Magen- und Darmtrakt betreffen, angezeigt.

Konventionelle (nicht-operative) Verfahren

Im Rahmen der Reflux-Therapie sind Protonenpumpenhemmer das Medikament erster Wahl. Diese Medikamente zeigen sich allgemein als gut verträglich und eliminieren bei 90 Prozent der Betroffenen die Beschwerden. Sobald die Tabletten abgesetzt werden, kommt es jedoch bei der Hälfte der Patienten zu einem erneuten Auftreten der Symptome.

Um die übermäßige Magensäureproduktion einzudämmen, hat sich des Weiteren der Einsatz von magensäurereduzierenden Medikamenten – so genannten Antazida – als sinnvoll erwiesen.

Operative Verfahren

Fundoplicatio

Dieser operative Eingriff ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn die Refluxkrankheit immer wieder zu Entzündungen der Speiseröhre führt. In der Folge kommt es zu Vernarbungen, durch die sich die Speiseröhre verengt.

Ziel der Fundoplicatio-Operation ist es, die Schließfunktion des unteren Endes der Speiseröhre zu verbessern und zugleich die Beweglichkeit der Speiseröhre zu unterstützen.

Magnetring-OP

Bei der Magnetring-Operation handelt es sich um ein vergleichsweise neues schonendes operatives Verfahren. Hierbei legt der Arzt eine Kette aus Magnetperlen um den Ausgang der Speiseröhre. Die magnetischen Perlen ziehen sich gegenseitig an und dichten durch das Zusammenziehen der Kette das Anti-Refluxventil ab.

Beim Schluckvorgang können die Perlen wieder auseinanderweichen und Speisen und Getränke können in den Magen gelangen. Anschließend schließt der Ring wieder.

Dieser chirurgische Eingriff kann in der Regel minimalinvasiv erfolgen. Die Operationsdauer beträgt etwa 20 Minuten.

Abb. 1 Das LINX®-System unterstützt die Speiseröhre dabei, einer Öffnung zu widerstehen, wodurch der Reflux verhindert oder verringert wird.
Abb. 1
Das LINX®-System unterstützt die Speiseröhre dabei, einer Öffnung zu widerstehen, wodurch der Reflux verhindert oder verringert wird.
Abb. 2 Das LINX®-System dehnt sich, um normales Schlucken zu ermöglichen.
Abb. 2
Das LINX®-System dehnt sich, um normales Schlucken zu ermöglichen.

Fazit

Die Refluxkrankheit ist vergleichsweise weit verbreitet. Sie lässt sich mithilfe von verschiedenen Selbsthilfemaßnahmen und unter Umständen einer begleitenden medikamentösen Therapie recht gut behandeln. Nur in Einzelfällen ist ein operativer Eingriff notwendig bzw. sinnvoll.